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12. Dezember: Weihnachtsmarkt


von Anne Kiel

Heute war der 23. Dezember, das heißt für die Familie Fischer Weihnachtsmarkttag. Wie jedes Jahr wollten sie sich mit Oma Helene am Riesenrad treffen. Deshalb waren sie auch alle vier schon früh morgens zum Aufbrechen bereit. Sie fuhren mit ihrem Auto circa eine Stunde.

Als Kai das Auto auf dem Parkplatz, der für den Markt bestimmt war, geparkt hatte, stiegen er, seine Frau Hannah und seine Töchter Lea und Sarah aus. Alle hatten ihre dicksten Jacken, Mützen und Handschuhe an. Dann gingen sie in das Gewühle. "Können wir auch Schmalzkuchen essen?", fragte Sarah ihre Eltern. "Ja gleich, aber erst müssen wir zum Riesenrad um Oma Helene dort abzuholen. In Ordnung?", sagte Hannah zu ihrer Tochter. "Ja, ja", gab diese darauf nur motzend zurück.

So irrten sie eine Viertelstunde zu dem Riesenrad um ihre Oma Helene zu holen. Dort angekommen stand sie schon am Rad. "Hallo Helene!" begrüßten die vier sie. "Hallo ihr vier! Seid ihr schon durchgefroren?", Fragte Helene die anderen lachend.

Sie gingen von Bude zu Bude. Dann kamen sie zu einer Bude, wo Kai alle anderen fragte: "Hey! Sind das nicht Jochen und Sandra?" "Ja klar!", gaben alle anderen zurück. Und darauf gingen sie zu der Bude und guckten der Frau über die Schulter und Kai sagte: "Hallo Sandra! Na, schönes Wetter heute, ne?" "Hahaha!", lachte Sandra die Fischers an. So kam es dazu, dass Kai und Hannah beschlossen einen Glühwein mit ihren Freunden zu trinken.

Sarah und Lea guckten sich währenddessen etwas auf dem Markt um: Sie gingen zu Schießbuden und anderen Ständen. Dann sagte Lea zu Sarah: "Sari, guck mal da vorne der Mann mit den Luftballons!" "Ja, stimmt! Komm, lass uns mal gucken gehen", sagte Sarah freudestrahlend. Die zwei gingen auf den Luftballonmann zu. "Frohe Vorweihnachten", begrüßte sie der Mann. "Wollt ihr auch einen so schönen Luftballon?" "Ja", lachten die Kinder den Mann an und nahmen die zwei Ballons entgegen. "Komm, die müssen wir Mama und Papa zeigen", rief Lea ihrer Schwester zu. Darauf rannten sie zurück zu ihren Eltern. "Sehr schön", sagten die aber nur und redeten dann weiter. "Komm Sarah, die wollen uns gerade nicht." Mit diesen Worten gingen sie wieder weg. Dieses Mal aber in eine andere Richtung.

Nach 20 Minuten Herumirren wussten sie schon nicht mehr, wo sie waren. Es waren kaum Menschen in ihrer Nähe.
Aus Erschöpfung setzten sie sich, die Schnüre der Luftballons um die Hände gewickelt, auf einen gefällten Baumstamm. "Ich will zurück zu Mama", heulte Lea ihrer Schwester zu. "Glaubst du etwa ich nicht?"

Zu der Zeit verabschiedeten sich Sandra und Jochen von Kai, Hannah und Helene. "Wo sind eigentlich unsere Kinder?", fragte Hannah ihren Mann sorgenvoll. "Keine Ahnung. Aber wir müssen sie suchen. Sie werden sich auf diesem Markt bestimmt verirrt haben." So gingen sie zu dritt los.

"Wenn Mama wüsste, wo du mich hingeführt hast, wird sie dir viel Ärger geben", motzte Lea. "Wer wollte denn weiter, als Mama und Papa uns nicht zugehört haben? Du oder ich?!" Auf einmal löste sich Leas Ballon von ihrer Hand und stieg in den Himmel. "Hey!", schrie Lea. "Was soll das?"

In diesem Moment guckte Hannah zum Himmel und rief: "Kai, Helene! Guckt mal da oben! Leas Ballon." Und bei diesen Worten rannten sie alle drei in die Richtung, wo der Luftballon herkam.

Nach einiger Zeit sahen sie die Kinder ihre Eltern ebenfalls und liefen ihnen entgegen.
"Da seid ihr ja", rief Hannah und nahm ihre beiden Kinder in den Arm.

Nachdem Lea und Sarah alles erzählt hatten, verabschiedeten sie sich noch von Helene und fuhren nach Hause. Da sind sie todmüde ins Bett gefallen. Und die Kinder dachten beide: "Das wird bestimmt ein wunderbares Fest!"