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15. Dezember: Das vergessene Geschenk


von Sollinde Röhring

An einem verschneiten Wintertag wachte Kristin auf. Es war der 23.12.05. Zwei Tage vor Weihnachten und gleichzeitig der erste Ferientag. Sie ging zum Frühstückstisch, wo auch schon ihre Eltern saßen und Brötchen aßen. Als die Mutter auf die Toilette ging flüsterte der Vater ihr etwas zu: "Was schenkst du denn dieses Jahr Mama?" "Oh nein", dachte das verdutzte Mädchen. Sie hatte ihre Mutter ganz vergessen. Was sollte sie jetzt tun? Das erschrockene Mädchen verzögerte seine Antwort mit Wörtern wie "ähm", "also" und so weiter.

Zum Glück kam ihre Mutter gerade wieder, so dass Kristin nicht antworten musste. Das Kind dachte nach. Es war Samstag, also hatten die Läden auch nur bis 13:00 Uhr auf. Doch sie war pleite. So entschloss sie sich, es einfach ihrem Vater zu sagen. Der gab ihr auch zwei Fünf-Euro-Scheine.

Was sollte sie ihrer Mutter schenken? Vielleicht ein Buch oder... Das Kind dachte nach, bis es zu dem Entschluss kam einfach loszufahren, denn es hatte nicht mehr viel Zeit. Es war nämlich schon 12:07 Uhr, so dass sie jetzt los musste, da es eine Viertelstunde lang dauerte, bis man beim nächsten Laden war. Noch nicht mal fürs Zähneputzen war mehr Zeit.

In der Stadt angekommen ging sie zuerst zu Petri & Waller. Dort fand sie auch schon ein schönes Buch für sechs Euro und fünfundneunzig Cent und schöne Weihnachtskerzen. Zusammen kostete das Geschenk genau acht Euro. Doch als Kristin an der Kasse stand, fand sie in ihrem Portmonee nur einen Fünferschein. Sie wusste nicht, was sie jetzt machen sollte. Sie ging zurück zur Bushaltestelle um nachzusehen, ob sie den Schein nicht doch verloren hatte. Nach fünf Minuten traf sie ihre Freundin Frieda, die ihr schon oft geholfen hatte, als sie in Schwierigkeiten war. Kristin erzählte alles in Schnellversion.

Da kam Frieda eine Idee: "Du kannst dir doch Bastelzeug kaufen, daraus einen Gutschein basteln und von dem restlichen Geld die Kerzen kaufen." Das war eine gute Idee, fand Kristin. Sie verabschiedete sich und tat das, was ihre Freundin ihr vorgeschlagen hatte. Kristin bastelte einen Gutschein und kaufte die Kerzen. So konnte sich ihre Mutter doch noch über ein Geschenk freuen.