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17. Dezember: In letzter Sekunde


von Romy Sender

Es war ein Tag vor Weihnachten und Robbin wusste immer noch nicht, was er seinen Eltern schenken sollte. Da dachte er in seinem Zimmer auf seinem Bett nach: "Was soll ich meinen Eltern schenken? Schokolade und andere süße Sachen sind zu einfach. Es sollte etwas Aufwendigeres sein."

Heute hatte er sich auch mit seinem Freund Scotty verabredet. Sie waren alle ihre 12 Lebensjahre schon miteinander befreundet und vom Kindergarten bis zur 6. Klasse in der selben Klasse. Da kam Scotty ja schon. Als er die Tür öffnete, fragte er: "Kannst du mir helfen, ein Geschenk für meine Eltern zu finden?" "Ist doch klar! Dafür sind doch Freunde da!", antwortete er (mit seinen intelligenten Sprüchen). Beide überlegten lange, aber Robbin gefielen Scottys Ideen nicht. Jeder seiner Vorschläge war ihm nicht gut genug für seine Eltern. Plötzlich rief Robbin laut: "Wir könnten André anrufen und fragen, ob er eine Geschenkidee hat!" Schnell griff er nach dem Telefon und wählte die Nummer von André. Schon war auch dessen Mutter dran und sagte: "Sabine Müller. Wer ist denn da?" "Hallo, hier ist Robbin und ich wollte fragen, ob André da ist", sagte er höflich. "Ja, ich gebe ihn dir", entgegnete Frau Müller. Kurz danach war André an der Strippe und fragte: "Ey yo, Mann! Was geht?" "Ich brauche nur einen Rat von dir, denn mir fällt nicht ein, was ich meinen Eltern schenken soll", erklärte er verzweifelt, woraufhin André antwortete: "Hör mir gut zu: Ich habe schon ein Geschenk, aber musste mich zwischen dem und einem anderen entscheiden. Du könntest ja das nicht-genommene Geschenk nehmen!" Sofort drängelte Robbin: "Los! Raus mit der Sprache!" "Ist ja schon gut! Ich erzähle es dir... Meine Idee besteht darin, ein Mobile zu basteln, mit Fotos von deiner Familie, den Haustieren und anderen schönen Dingen...", erzählte André Robbin, der ihm aufmerksam zuhörte. Danach hörte man nur noch ein "Tuuut" durch den Hörer, da Robbin die Idee so gut fand und er sofort mit der Materialbeschaffung und dem Basteln anfangen wollte. Als Erstes schmiss er Scotty 'raus und rief ihm nach: "Sorry, das muss jetzt sein. Kannst dir das Geschenk ja morgen angucken!"

Gesagt, getan. Robbin bastelte das Mobile (welches sehr schön wurde) und am nächsten Tag kam Scotty vorbei und sah sich das "1A-Geschenk" an. Als Robbin es ihm gab, nahm Scotty es vorsichtig an sich.

Doch plötzlich stolperte Scotty über eine Treppenstufe der Treppe, die zu Robbins Zimmer führte und ließ es aus Versehen fallen: "Oh! Das tut mir so Leid! Ich bringe alles wieder in Ordnung!" Man sah, dass es ihm Leid tat, aber Robbin war immer noch traurig und schaute auf sein in viele Teile zerbrochenes Geschenk. Scotty wurde auch sehr traurig.

Robbin hatte doch so viel Arbeit und Zeit in das Geschenk investiert, und nun war es kaputt.
Nach langem Nachdenken hatte Scotty eine Idee: "Ich kann dein Geschenk mit nach Hause nehmen und es wieder reparieren. Dann kann ich es dir heute Abend in der Kirche zurückgeben. Ich kann es dir auch noch weihnachtlich einpacken!" "Oh, das ist eine wirklich gute Idee, mein bester Freund!", hörte man Robbin glücklich sagen, "aber ich verlasse mich auf dich. Also vergiss es bitte nicht!"

Sofort kam eine Antwort: "Natürlich vergesse ich das nicht! Du kannst dich auf mich verlassen! Dann will ich jetzt mal gehen und dein Werk reparieren!"
"Ja, o.k.! Bis in ein paar Stunden! Und noch einmal danke!"

Die nächsten Stunden vergingen wie im Flug, und in der Kirche verging die Zeit auch schnell, da Robbin seinen MP3-Player mithatte und heimlich Musik hörte.
Auf dem Nachhauseweg kam Scotty zu Robbin und sagte traurig: "Tut mir so Leid! Ich habe dein Geschenk zu Hause vergessen..." Robbin wurde sehr traurig und aus seinem Grinsen entwickelte sich ein Trauergesicht.

Da holte Scotty hinter seinem Rücken das Geschenk hervor. "Natürlich habe ich es repariert. Was dachtest du denn?" "Danke! Du hast mich 'reingelegt!"; rief Robbin überglücklich. "Tja, ich bin eben gut! Es ist heile und eingepackt." Robbin bedankte sich nochmals: "Danke, das ist wirklich nett von dir!" "Keine Ursache. Immerhin war ich derjenige, der es hat fallen lassen", erklärte Scotty.
Robbin ging nun zufrieden mit seinen Eltern nach Hause. Seine Mutter fragte noch neugierig, was denn wäre, aber Robbin versteckte das Geschenk, sodass man es nicht sehen konnte.
Als sie zu Hause waren, gab er seinen Eltern das Geschenk. Er war sehr aufgeregt, da er ihre Gesichter sehen wollte, und wissen wollte, ob Scotty ordentlich gearbeitet hatte. Wie erwartet haben sich seine Eltern sehr gefreut, und Robbin bekam all die Dinge, die er sich wünschte. Zwischendurch dachte er noch an Scotty und murmelte: "Danke! Auf dich ist Verlass. Hoffentlich ist dein Weihnachtsfest auch so schön, wie meins... Frohe Weihnachten!"