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19. Dezember: Das erste Weihnachtsfest der Waldtiere


von Tim Redlich

An einem verschneiten Wintertag besuchte der Hase Kevin seine Freundin Klara, das Eichhörnchen. Sie trafen sich in einer Baumhöhle, welche gleichzeitig Klaras Zuhause war. "Dieses Jahr war nicht gut!Die Wölfe haben viele unserer Freunde gefressen. Wir müssen dagegen etwas unternehmen!", sagte Kevin. "Aber was?" fragte Klara verzweifelt, "sie sind viel größer und stärker als wir! "Die beiden und die anderen Tiere, die im Wald wohnen hatten ein großes Problem: Dieses Jahr hatten die Wölfe sehr viel Nachwuchs bekommen. Viele von den Waldtieren konnten deshalb nicht in Ruhe Winterschlaf halten. Die beiden diskutierten noch lange, bis plötzlich der Dachs Fred herein kam und sagte: "Ich glaube in der Nähe des Waldes ist ein Meteorit gelandet!Kommt mit!" Sofort eilten sie in den tiefen Wald. Plötzlich fanden sie ein paar rote Holzteile mit goldenen Rändern. Gar nicht weit von den Holzteilen entfernt, fanden sie einen großen Schlitten. "Das sind diese Dinger, in welchen die Menschen immer die verschneiten Hügel runterfahren", sagte Klara.

Auf einmal hörten sie ein Seufzen. Sie kamen näher an den Schlitten heran und sahen einen rundlichen Mann, der einen Rauschebart unter seiner großen Stupsnase hatte. "Bitte helft mir!", flehte der Mann sie an. Die Waldtiere schreckten zurück. Sie sahen sich an und beschlossen, den Mann aus dem umgekippten Schlitten zu ziehen. "Danke, dass ihr mir geholfen habt", sagte der Mann. "Wer bist du?", fragten Kevin, Fred und Klara wie aus einem Mund. "Ich? Ich bin der Weihnachtsmann!", sagte dieser. "Weihnachts......was?", fragte Kevin verdutzt. "Immer am Weihnachtsabend komme ich vorbei und bringe nur den lieben Kindern Geschenke, die bösen Kinder bekommen eine Rute."

Der Weihnachtsmann erzählte viel über die Weihnachtsnacht, die Bedeutung, von Jesus u.s.w. Die Waldtiere nickten ungläubig. "Und warum bist du hier gelandet?", fragte Klara. "Meine fliegenden Rentiere sind durch den Schneesturm außer Kontrolle geraten. Sie sind in den Wald gerannt. Aber es ist nicht so schlimm. Mit ein bisschen Zauberkraft wird das wieder", antwortete der Weihnachtsmann, während er ein Pulver aus seinem dicken Mantel zog und es über den Schlitten streute. Augenblicklich war der Schlitten wieder zusammengesetzt. Alle Rentiere kamen wieder aus dem Wald und ließen sich anleinen. "Wenn ihr wollt, nehme ich euch mit auf meine Reise", sagte der Weihnachtsmann. Noch bevor die Tiere antworten konnten, tauchte hinter ihnen ein Wolfsrudel auf. "Frischfleisch!", jaulte der Wolf, doch den Weihnachtsmann schien das nicht zu interessieren und er sagte kühl: "Ich weiß, wer du bist, du bist Jason, der Wolf, der die vielen Tiere umgebracht hat. Du wist von mir keine Geschenke bekommen , denn du bist böse und böse Wölfe können auch nichts Gutes von mir erwarten!" Die kleinen Waldtiere zitterten, als sie in den Schlitten stiegen. Ohne sich umzugucken fuhr der Weihnachtsmann los und ließ einen verdutzen Jason mit seinem Rudel zurück. Der Weihnachtsmann flog mit den Tieren auf alle Dächer der Welt und er zeigte ihnen Tricks, wie man unbemerkt in ein Haus kommt. Am frühen Morgen kamen die Tiere erschöpft zurück. "War das toll!", schwärmte Kevin, als sie wieder auf dem Boden waren.

Als sie gerade ausstiegen, stand Jason der Wolf vor ihnen. Die Tiere schauten sich ängstlich an. Zu ihrer Ãœberraschung sagte der Wolf: "Ich habe darüber nachgedacht, was du gesagt hast, Weihnachtsmann. Ich will mich ändern . Ich will ein guter Wolf sein!" "Ich werde dir eine letzte Chance geben. Freunde dich mit den Waldtieren an und hör auf sie zu fressen! Hüa!", sagte der Weihnachtsmann und flog zurück in den Himmel.

Ein Jahr später waren die Tiere mit den Wölfen eng befreundet und genau am 24. Dezember flog der Weihnachtsmann über den Wald und ließ die Geschenke für alle Tiere fallen. Nur der Wolf wartete vergebens. Ihm lief eine Träne über die Schnauze. Doch plötzlich stand vor ihm ein Karton. Der Wolf machte ihn voller Freude auf. In dem Karton befand sich ein Brief, in dem stand: "Lieber Wolf, da du nun verstanden hast, dass es besser ist, gut zu sein, hier eine kleine Anerkennung von mir." Der Wolf fand eine Medaille. Die Waldtiere legten sie ihm um den Hals. "Das ist die Medaille des Guten", sagte der Wolf voller Stolz. Er rief glücklich: "Frohe Weihnachten!"