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Chambéry 2003


Gerade aus Frankreich wieder da und schon einen Bericht geschrieben. Hier erfahrt ihr alles vom diesjährigem Austausch der Schulen aus Seelze und La Ravoire.

Als ich am 13.03. so gegen 9 Uhr meinen Koffer aus dem Auto heben wollte um zum Bahnhof zu gehen, dachte ich: „Mist, wieder zuviel eingepackt. Du musst ja auch nur 12 Stunden Zug fahren und dreimal umsteigen...“
Ich hatte meine Austauschschülerin schon kennen gelernt und sie hatte mir am Telefon versichert, ich sollte Wintersachen einpacken, es könnte sehr kalt werden. (300 Meter über dem Meeresspiegel, mitten in den Alpen, im März; irgendwie logisch!) Aber eben auch nur; es könnte sehr kalt werden!
Wie sich jedoch heraus stellte, schienen Herr Mertens und Frau Baksmeier, die diesen Austausch auf deutscher Seite mit ihren französischen Kolleginnen Mme Amy und Mme Bourgeois auf die Beine gestellt hatten, das schöne Wetter quasi für uns „gepachtet“ zu haben, denn meine Winterpullis waren bei 15°C wirklich fehl am Platz. Machte aber nix. Schließlich waren wir 27 Mädchen und nur ein Junge und somit in der Ãœberzahl.
Die von uns besichtigten Städte, wie Chambery, Grenoble oder Annecy entsprachen in jeder Hinsicht den deutschen Vorstellungen einer französischen Idylle mit italienischem Einfluss. Klein, verträumt, überall Geschäfte und Cafés. Hinzu kam der legale Grund richtig schön einkaufen zu gehen, da wirklich Jede(r) zu dicke Klamotten eingepackt hatte und die Preise (zumindest für Kleidung!) in Frankreich verhältnismäßig günstig waren. *g*
Unsere Partnerschule, das „Lycée du Granier“, war sehr modern und vermittelte vielen im ersten Moment einen kleinen Schock. Die wohl treffendste Beschreibung ist: so aufgebaut wie ein Einkaufszentrum, so gefliest wie ein Schwimmbad (türkis/blau) und so sauber wie ein Krankenhaus. Der Pausengong kommt in unserer Schule eher dem Feueralarm gleich und ebenfalls ungewöhnlich waren die Schulbusse, die nur einmal zur ersten und zur letzten Stunde fuhren, jedoch gab es in der Schulkantine jeden Tag ein 5-Gänge-Menü, welches wir natürlich auch probierten.
Außerdem hatten einige von uns die Chance, ihre ersten Skierfahrungen zu sammeln, da die La Ravoire nun mal in den Alpen liegt. 45 Minuten fahren und man hat 1 ½ Meter echten(!) Schnee oder einfach mal Eminem in
„8 Miles“ auf Französisch sprechen hören. Ist echt lustig und auf jeden Fall eine Reise wert, genauso wie die vielen Käsespezialitäten, die sich ganz nebenbei in so ziemlich jedem Koffer als „Mitbringsel“ für die Lieben zu Hause finden ließen oder die Fromagerie, die wir besichtigten.
Einen anderen Tag wanderten wir Einen der Berge hoch, die sich um unsere kleine Stadt auftaten. Dazu mussten wir uns so genannte „raquettes“ mieten, die aussehen wie Tennisschläger in bunten Farben, und sie uns an die Füße hängen. Die Aussicht war „vraiment magnifique“ und im nachhinein gesehen, dass ganze Genöle wert! Rückblickend war es mein bester Austausch, den ich bis jetzt mitgemacht hab. Das kann ich sagen, ohne dabei übertreiben zu müssen und wer es mir nicht glaubt, der kann ja im Herbst selber mitfahren und sich von allem überzeugen, denn da heißt es wieder „laissons nous faire les bisous!“. Oder Ihr schaut euch einfach mal die Photos an, die in den nächsten Tagen ebenfalls auf die Internetseite gestellt werden.

Insa Steinig