unterricht06.jpg

2007/2008 - 9A - Satire 1: "Nicht nur eine Busfahrt..."


Nicht nur eine Busfahrt...


Morgens halb 8 in Deutschland - leider kein Frühstückchen... Nein, der tägliche Horrortripp in die Irrenanstalt beginnt. Bereits beim Einstiegen in den vollkommen überfüllten Bus beginnt der Kampf ums Ãœberleben. "Bitte noch ein bisschen weiter durchgehen! Es passen noch mindestens hundert Mann rein!" Okay. Erst zu fünft auf einem cm² zusammengequetscht, versuchen wir uns weiter durch den Bus zu schieben. Aus Platzmangel hängen die ersten bereits an den Haltestangen an der Decke, andere wiederum stapeln sich auf den Sitzplätzen übereinander. Die völlig Ãœbermüdeten haben es sich bereits unter den Sitzen liegend bequem gemacht. Kurz vor mir erspähe ich doch tatsächlich eine kleine Lücke! Mit Schwung schmeiße ich meinen Rucksack in Richtung Freiheit, um diesen Platz zu reservieren. Bevor mir noch jemand mein Glück nehmen kann. Kurz nach dem Aufprall quiekt es bedenklich schrill. Bei näherer Betrachtung stelle ich fest, dass ich einen der immer kleiner werdenden Kniebeißer unter meinem Rucksack begraben habe. Der Krieg beginnt. Um sich zu rächen fängt er an, genüsslich in der Nase zu bohren und rollt seinen Fund auch sogleich als Kugel zusammen. Mit hämischem Grinsen versucht er, mir den kleinen Schleimball ins Gesicht zu feuern. Leider verfehlt er das Ziel und so trifft er den 1,80 m großen Riesen hinter mir. Dieser verzieht angeekelt das Gesicht, wird abwechselnd grün und gelb, was ihm überhaupt nicht steht und erbricht sich im hohen Bogen direkt in meine Kapuze. Um den ekelerregenden Gestank zu übertünchen, kramen auch sogleich mindestens 5 Umstehende nach ihrem Parfum und versprühen es wild um sich. Durch eine Nebelwand kann ich gerade noch erkennen, wie zwei ältere Gestalten den Bus betreten. Als ich noch überlege, ob diese wohl ein paar Klassen wiederholt hatten, hallt es auch schon durch den ganzen Bus: "Fahrausweise bitte!" Eine Art Silberlocke auf zwei Beinen stolziert in meine Richtung. "Bitte die Fahrkarte, junge Dame!", haucht er mir zu. Der 1.80 m große Typ hinter mir wird total nervös und fängt panisch an, sich einen Weg nach draußen zu bahnen. Dabei nimmt er so wenig Rücksicht auf Umstehende, dass er mich mitzieht. Noch blind vom Parfumnebel verliere ich die Orientierung, stolpere die Stufen des Busses hinunter und knalle mit dem Kopf auf den harten Betonboden. Ich spüre gerade noch, wie mir das Erbrochene in den Nacken läuft, dann werde ich ohnmächtig.
Als ich wieder zu mir komme, liege ich im Krankenhaus, habe eine Anzeige wegen Schwarzfahrens und kann mir nun genauestens vorstellen wie sich Hühner in Legebatterien fühlen, nur das diese den Vorteil haben, dass sie nicht anschließend noch in den Unterricht müssen...

Mandy Chill, 9a