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2007/2008 - 9A - Satire 2: "Abischerz"


Abischerz

Es war mal wieder Abischerz, doch diesmal UNSER Abischerz! Die meisten Lehrer hatten uns nie richtig gemocht und die Klasse hatte sich schon lange auf diesen Tag gefreut. Schon früh waren wir zur Schule gefahren und warteten nun auf unsere ersten Opfer. Schon nach ein paar Minuten ging Frau Z. zum Haupteingang und bekam just einen Eimer Farbe über den Kopf. „Steht ihnen gut!“, rief Thomas frech wie immer von oben. Als Antwort bekam er jedoch nur ein leises Gurgeln. Ansonsten war allerdings nichts Aufregendes und so machten wir uns auf den Weg über das Lehrerzimmer in die Schule hinein, wo wir Herrn B. trafen. Natürlich hatten wir auch mit unserem verhassten Physiklehrer nichts Gutes im Sinn und wenig später rollten wir ihn gefesselt und geknebelt die Treppe hinunter. Unten angekommen, machten wir uns natürlich nicht die Mühe, ihn wieder zu befreien. Weiter ging es Richtung Neubau, wo wir Herrn V. trafen. Als er im Hintergrund seinen Kollegen herumkugeln sah und bemerkte, wie einige von uns im Vorbereitungsraum verschwanden, nahm er schon Reißaus. Enttäuscht ließen wir ein wenig Wasserstoff hochgehen, was einen kleinen Krater in den Boden riss. Käsebleich stand der Hausmeister vor uns, der uns wohl gerade anbrüllen wollte. Allerdings hatte er inzwischen wohl auch bemerkt, was Sache ist und gesellte sich zu Herrn V., der sich nach draußen in die Büsche gerettet hatte. Durch den Notausgang machten wir uns auf zur Sporthalle. Unterwegs hetzten wir die kreischende Frau C. vor uns her und ab und zu wurde sie von einer mit Farbe gefüllter Wasserbombe getroffen, es ist klar, dass uns das mächtig Spaß gemacht hat. Völlig außer Atem rettete sie sich schließlich in die Turnhalle, wo sie sofort die Tür verbarrikadierte. Als nächstes gingen wir in die Cafeteria, um uns etwas zu essen zu holen. Unter dem Druck unseres beträchtlichen Waffenarsenals spendierte uns der völlig verängstigte Herr M. uns mehr oder weniger freiwillig, was wir wollten und machte dann, dass er weg kam, bevor wir es uns anders überlegten. Der Südflügel war zu unserem Bedauern wie ausgestorben, doch auf dem Schulhof hatten wir mehr Glück. Herr A. irrte mal wieder herum, weshalb er wohl auch immer zu spät kam. Mit einem Grinsen auf dem Gesicht rannten wir auf ihn zu, packten ihn und warfen ihn unter lauem Gejohle in den Teich. Wir drehten uns gerade lachend um, als Frau O. uns entgegen kam und den Mund aufmachte: „Meine Lieben! Es ist höchst respektlos, eine Autoritätsperson wie einen Lehrer einfach…“. Weiter kam sie nicht. Denn schon hatten wir ihr einen Haufen Laub in den Rachen gestopft und sie nun ebenfalls in den Teich geschmissen. Schnaufend und prustend tauchte sie neben Herrn A., wobei sie Wasserpflanzen in den Haaren hatte und nun endgültig aussah wie eine Kröte. Als nächstes wanderten wir über die Straße auf das Hauptgebäude zu, wo Herr B. es irgendwie geschafft hatte, durch die Tür zu kommen und nun auf dem Schulhof rumrollte. Leider hatte sich unser Amoklauf schnell herumgesprochen, denn wir begegneten keiner Menschenseele mehr und so nahmen wir den nächsten Bus nach Hause. Schade eigentlich, ich bin sicher, es wäre noch ein sehr amüsanter Tag geworden!

Marius Teller, 9a