unterricht06.jpg

Chambéry 2007


Im folgenden Bericht wollen wir allen die wollen einen kleinen Ãœberblick über unsren Frankreichaustausch nach Chambéry geben. Wir haben uns allerdings aus unserer Sicht auf die Highlights konzentriert. Also, viel Spaß beim Lesen.
Die „Franzosen“

Grenoble

An unserem zweiten ganzen Tag in Frankreich, in der Savoie, am 2. März, fuhren wir zusammen mit einigen Franzosen nach Grenoble, eine schon bei den Römern bekannte, etwas südlich von Chambéry und bereits im Departement der Isère gelegenen, Stadt.
Auf dem Plan standen unter anderem eine Stadtbesichtigung, ein Besuch des Rèsistance Museums und der Bastille und im Anschluss die zwei wichtigsten Worte des ganzen Austausches „Temps libre“!!!!
Wir begannen also mit einer kleinen Stadtführung, die uns schließlich zum „Musée de la Résistance“ führte. Auf dem Weg dorthin entdeckten ein paar Jungs ein aus früheren Zeiten stammendes Männerklo, welches natürlich gleich ausprobiert werden musste.

Daraufhin ging es nun wirklich in das Museum, welches endlich einmal mit einer deutschsprachigen Führung gezeigt wurde, so konnte man tatsächlich mehr als nur die Bilder verstehen. Nach jedoch ca. anderthalb Stunden ließ auch bei mir langsam das Interesse nach und dann war es auch bald geschafft.
Nun war die Bastille, eine mittelalterliche Befestigungsanlage, an der Reihe. Diese lag einige Meter hoch in den Bergen über der Stadt, so ging es mit den Å’ufs, einer Seilbahn, über die Isère hoch zur Bastille. Von dort oben, wo wir auch unsere von den Gastfamilien mitgeschickten Fresspakete“ aßen, hatte man eine wahnsinnige Aussicht über ganz Grenoble und die Berge ringsum. Allein für diese Aussicht hat es sich gelohnt, trotz Höhenangst in die wackeligen Gondeln zu steigen und sich vor allem hinterher unsagbar viele Treppen runter zu quälen, da nur ein paar Leute die Å’ufs auf dem Rückweg benutzten, da ab dort oben und nach gemeinsamen „pique-nique“ die Zeit zur freien Verfügung stand.
Kurz gesagt, es war Zeit zum „shoppen"!!! In dieser Zeit sahen wir eigentlich am meisten von der wirklich schönen Stadt, außerdem gaben besonders wir Mädchen viel, viel Geld aus! Nach ca. 2 Stunden „Shopping“ trafen wir uns wieder am Bus und fuhren geschafft, um einige Impressionen reicher und um einige Euro ärmer wieder zurück zum Lycée.

Frankreichaustausch 2007 - Grenoble



Das Wochenende

Nach den ersten beiden erlebnisreichen Tagen in Frankreich, begann nun auch schon das Wochenende. Dies bedeutete für uns: Zwei programm- und schulfreie Tage in unseren Gastfamilien. Also die ideale Gelegenheit um viel Französisch zu sprechen und möglichst auch zu verstehen.
Die meisten Austauschpartner hatten sich für uns schon spannende Ausflüge überlegt, und da wir in der Region „La Savoie“ mitten in den französischen Alpen waren, hatten diese Ausflüge meistens etwas mit Schnee und Bergen zu tun.
Für mich hieß es jedoch zuerst: Ab nach Anneçy, denn dort gab es an diesem Wochenende den wunderschönen „Caranval d’Anneçy“ zu bewundern. Mit zwei Cousinen meiner Austauschpartnerin und deren „Deutschen“ konnte ich die tollen Kostüme und Masken anschauen, die sehr an den venezianischen Karneval erinnerten. So entstanden sehr viele, sehr bunte Fotos.

Am nächsten Tag mussten wir dann für einen Sonntag sehr früh aufstehen, schließlich wollten wir den ganzen Tag auf der Piste, beim Skifahren, verbringen.
Nach einer Stunde Autofahrt kamen wir dort an, wo es den nötigen Schnee gab. Für uns drei Deutsche bedeutete dieser Tag ein einmaliges Erlebnis, denn wir alle hatten bisher noch keine Erfahrungen mit dem Skifahren gesammelt. Aus diesem Grund warteten wir gespannt und wohl auch etwas ängstlich darauf, dass wir uns endlich die erste Piste hinunterstürzen konnten. Also schnell die passenden Skier und Skischuhe ausgeliehen und ab in den Schnee. Nach kurzer französischer Erklärung und einigen kleinen Versuchen auf einem „Minihügel“, fuhren wir auch schon hoch auf die erste richtige Piste. Tja, wer hätte gedacht, dass es da oben so steil und so eisig ist. Auf jeden Fall war ich schneller wieder unten, als ich erwartet hatte, denn als blutiger Anfänger fuhr ich erst einmal die Hälfte der Strecke schuss, bis ich dann, doch schon etwas erschöpft, auf dem Rücken liegend zum Halten kam. So war das erste Skifahrerlebnis etwas schmerzhaft. Doch nach etwas Ãœbung und erneuter Erklärung der Technik, natürlich auf Französisch, ließen die Stürze langsam nach und es begann Spaß zu machen.

Allerdings hatten wir nicht damit gerechnet, dass das Ganze so anstrengend wird und schon bald bekamen wir großen Durst und Hunger. Deshalb fuhren wir gegen Mittag zu einem kleinen Berghäuschen, in dem die Großeltern unserer Austauschschülerinnen wohnten, und aßen typisch französisches Raclette. Danach genossen wir bei einem Spaziergang durch das kleine Dorf, noch das wirklich schöne Wetter, bis es dann wieder zurück in unser französisches Zuhause ging.

So hatten wir letztendlich ein sehr aufregendes Wochenende verbracht und konnten uns darauf freuen am nächsten Tag unsere neuen Eindrücke auszutauschen.

Die Schule

Als wir das erste Mal in das Lycee du Granier, die Schule von La Ravoir, wohin der diesjährige Frankreichaustausch der Klassen 10-12 ging, kamen, waren wir von der peniblen Sauberkeit und ihrem an ein Schwimmbad erinnerndes Aussehen leicht verschreckt. Und als wir dann noch erfuhren, dass das Essen und Trinken außerhalb der Mittagspause verboten sei, brachen die ersten Proteste aus.

Leider war das Essen in der Kantine im Gegensatz zu den Spezialitäten der Familien mehr schlecht als recht und man musste sich irgendwie anders behelfen; so konnte ein kleiner Imbisswagen vor der Schule regelmäßig lukrative Geschäfte machen ; )
Allerdings muss man auch sagen, dass die Schule ziemlich modern ist: Der Vertretungsplan wird nämlich virtuell auf Bildschirmen in der Pausenhalle angezeigt; außerdem gibt es eine umfangreiche Bibliothek und viele Computerräume.

Aber auch der Unterricht und die 55 min. dauernden Schulstunden waren uns neu. Im Unterricht redete zumeist der Lehrer, während die Schüler mitschrieben. Auch Frau Mertens-Glatz war ganz überrascht, dass man alle Informationen und Zusammenhänge des 1. und 2. Weltkrieges in zwei Schulstunden vermitteln konnte…Neben den mitschreibenden Schülern gab es natürlich auch mehrere, die keine Lust hatten und eher schliefen; das Klingeln sorgte aber dann immer dafür, dass alle aufschreckten der Dong klingt nämlich wie eine laute Schiffshupe, da auch die Form der Schule einem Schiff nachempfunden ist.

Frankreichaustausch 2007 - Die Schule



La Féclaz

Die Busfahrt nach La Féclaz führte erst einmal über 1 Stunde Serpentinen hoch und so war manchen schon bei der Ankunft im Winterskiort La Féclaz schlecht. Auch die Motivation war sehr unterschiedlich; während sich die Franzosen, die mitgekommen waren, total auf die Schneeschuhwanderung freuten, meckerten viele der deutschen Schüler über den Schneematsch und die anstehende Wanderung zum Gipfel.
Erst mal wurde die Gruppe geteilt, da wir mehrere Leute mit Verletzungen hatten. Diese so genannte “Invalidengruppe” ging mit Frau Mertens-Glatz, wir anderen mit Herrn Mertens und den französischen Lehrern.

Bei den ersten Gehversuchen mit Schneeschuhen (Raquettes) waren alle noch etwas wackelig auf den Beinen aber schon bald merkten wir, dass man ohne die Schuhe metertief im Schnee eingesunken wäre. (Glücklicherweise gab es nämlich nicht nur Schneematsch, sondern auch richtig schönen Schnee!) Die französische Sportlehrerin, die mitgekommen war, führte uns relativ zügig die Hügel hoch. So hatte sich die Menge schon nach wenigen Minuten in kleine Grüppchen aufgeteilt, die mehr oder weniger schnell den Berg hinaufmarschierten.
Als wir nach vielen Wartepausen wegen der Nachzügler endlich das Kreuz auf dem Gipfel erreichten, waren alle erschöpft aber auch stolz auf sich. Außerdem wurden wir mit einem schönen, weiten Ausblick auf das Tal belohnt. Man konnte sogar die Schule und den großen See “Lac du Bourget” erkennen.

Nach einer ausgiebigen Picknickpause machten wir uns dann gestärkt auf den Rückweg, der viel schneller und entspannter war, da es nun bergab ging.
Unten im Ort trafen wir dann wieder auf die andere Gruppe, die nur etwas im flachen Bereich gegangen war, und waren stolz, dass wir ganz oben gewesen waren.
Bevor es wieder zurück ging hatten wir dann noch ein bisschen Zeit, um uns auszuruhen, um Crèpe zu essen oder zu rodeln.

Frankreichaustausch 2007 - La Féclaz



Lyon

Am 9. März, dem vorletzten Tag unseres Aufenthalts, fuhren wir nach Lyon, der Seidenstadt Frankreichs, an diesem Tag standen mal wieder einige Besichtigungen auf dem Plan , zum Beispiel sahen wir uns die Altstadt Lyons und die Fourvière, eine große Kirche die hoch über der Stadt thront, an. So sahen wir Lyon von den Römern bis heute, wir sahen die Amphitheater und die „Traboules“, überdachte Gänge zwischen den im Mittelalter und der Renaissance entstandenen Häusern der Altstadt. Doch bereits auf der Hinfahrt gab es diesmal besonders für die Jungs ein großes Highlight, das Stadion von Olympique Lyon. Nach der Führung durch die Stadt aßen wir wieder zusammen diesmal am „Place Bellecour“, Treffpunkt der Jugend in Lyon, mit einer Reiterstatur von einem der vielen Louis, ähnlich unserem Ernst-August.

Danach war eigentlich noch der Besuch des „Institut Lumière“, ein Museum über die Brüder Lumière Erfindern des Kinos, angesagt, dies wurde jedoch abgesagt, da wir mehr Zeit zum SHOPPEN wollten, so ging es dann tatsächlich 5 Stunden lang nur ums Geld ausgeben, was meiner Meinung nach jedoch immer noch nicht genug war, da man wie immer erst zum Schluss die wirklich guten Läden fand.
Auf jedenfall ging es dann ab 17 Uhr teilweise schwer bepackt zurück zum Lycée, wo uns ein weiteres Mal unsres Austauschschüler und Familien erwarteten. So ging es erschöpft und mit schmerzenden Füßen unsrem letzten Tag in Frankreich entgegen.

En résumé, ce fut une très belle journee!

Frankreichaustausch 2007 - Lyon