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24. Dezember: Die Weihnachtsgeschichte


von Kathrin Gehricke

Es begab sich zu einer Zeit, in der das Nussknackerpaar Mary und Joe in einer kleinen Regalabteilung im Spielzeuggeschäft "Spielen macht Spaß" wohnten. Mary staubte gerade die Möbel ab, als Joe von der Arbeit in der Industriemodellabteilung wiederkam. Ihre Abteilung war nicht sehr groß und ziemlich mickrig. Sehr viel Geld verdiente Joe bei seinem Job auch nicht.

"Du, Mary! Wir müssen morgen Handgepäck und Proviant auf unseren Legosaurus packen und in das Winterspielzeugregal Schneedorf zur Volkszählung ziehen", platzte Joe los. "Na gut. Fang an deine nötigsten Sachen zu packen. Danach gibt es Essen", sagte Mary und legte das Staubtuch an die Seite.

Nach dem Abendessen gingen sie zu Bett. Joe machte sich Sorgen um Mary. Sie sollte demnächst ein Kind bekommen. Nur hatte sie vorher keinen Freund und von ihm kam es auch nicht. "Womöglich kommt das Baby in einer unwillkommenen Situation", dachte Joe und schlief ein.

Am nächsten Morgen zogen sie los. Das Gepäck und der Proviant waren auf dem Legosaurus bis oben hin gestapelt. Und so brachen sie auf nach Schneedorf.
Nach zwei Tagen kamen sie zu einem Regalabsatz und gingen zu einer Herberge. Eine Nacht hatten sie schon unter freiem Himmel übernachtet. Joe läutete an der Glocke und ein dicker, aufziehbarer Schneemann trat aus der Tür. "Haben Sie noch ein Zimmer frei?", fragte Joe. "Wir suchen Unterschlupf." "Tut mir Leid. Ich habe kein Zimmer mehr frei. Aber wenn ihr dort hinten das Regal entlanggeht und dann um die Säule lauft, kommt dort eine kaputte Schachtel von einem Legosaurus. Darin wohnt noch ein Schleich-Ochse, aber sonst niemand. Dort findet ihr Unterschlupf", sagte der Schneemann und zeigte auf eine Säule an der Ecke des Regals. "Danke. Wenigstens etwas!", sagte Joe und ging mit Mary und dem Legosaurus zu der Schachtel.

Auf dem Weg dahin traf Joe einen Engel. "Sorge gut für Marys Kind", flüsterte er. "Es wird noch heute Nacht kommen. Nenne es Junior. Es ist ein Kind Gottes", sagte er und verschwand.

Noch in dieser Nacht fanden Mary und Joe zur Schachtel. Darin waren, wie der Schneemann gesagt hatte, ein Legosaurus, der sich gleich mit dem von Mary und Joe anfreundete, und ein Schleich-Ochse.
Joe machte eine Kerze an. Mary stöhnte vor Schmerz. Plötzlich kam das Kind. Nach einer halben Stunde war es endlich geboren. Es hatte goldenes Haar und war ein sehr schönes Nussknackerkind. Mary legte es auf ein Stück Gebrauchsanweisung und umwickelte es mit Tüchern. Plötzlich erschienen ein leuchtend gelbes Licht und viele Engel, die tanzten und sangen.

"Wie soll das Kind denn heißen?", fragte Mary Joe. "Junior", antwortete Joe. "Es ist ein Kind Gottes."
Der Legosaurus und der Schleich-Ochse waren ganz zahm zu Junior.
Plötzlich war das gelbe Licht wieder weg und nur noch die Kerze machte Licht. Doch da! Was war das? Dort war ein großer, auffallender Stern am Himmel. Er war wunderschön. Und wie er funkelte!

Sechs Tage später hatten Mary und Joe fast alles an Proviant aufgegessen. Da kamen auf einmal drei Legomänner. Sie hatten Essen und Schätze dabei. "Wir sind die heiligen drei Legokönige", sagten sie und legten die Geschenke vor Junior. "Wir sind hierher gekommen um das Wunder aller Wunder zu sehen. Dieses Kind ist ein Geschenk Gottes." Und da kamen viele Playmobilhirten mit ihren Schafen und weiteren Geschenken. Auch diese waren für Junior.
Joe nahm Mary in den Arm und sagte: "Wir haben ein wahres Wunderkind."