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6. Dezember: Der Weihnachtseinkauf mit Ãœberraschung


von Nele Fischer

"Was machst du heute?" "Ich fahre einkaufen. Weihnachtsgeschenke und so. Möchtest du mitkommen?"

Maja telefonierte mit ihrer Freundin Anna. Es war der 1. Dezember und die Geschäfte waren schon lange mit Weihnachtssachen voll gestopft. In den Straßen und Läden ertönten rund um die Uhr Weihnachtslieder und Maja hatte erst 3 Geschenke. Langsam wurde es Zeit, sich in das Getümmel der vielen Menschen zu werfen.

"Ja, gerne. Wann willst du denn los?" Anna war begeistert. "Ich kann dich gleich abholen, schlachte nur noch schnell mein Sparschwein", erwiderte Maja. "Du kleine 13-jährige", scherzte Anna, "Ja klar komme ich mit". "Okay, bis gleich!"

Maja legte auf, holte das Geld aus dem Portmonee, zog sich ihre dicke Winterjacke über und knallte die Tür hinter sich zu. Dann lief sie die kleine Gasse entlang bis zur Nummer 14, wo Anna wohnte. Beide gingen zum großen Einkaufscenter.

10 Weihnachtsmänner standen vor den Geschäften und das große Kaufhaus war mit Glitzer bedeckt. Der Himmel war grau und die Straßen waren nass vom Schnee, der in der vergangenen Nacht gefallen war. Als sie durch die große Flügeltür gingen, waren sie erstaunt, wie sehr das Kaufhaus geschmückt war.

Karstadt hatte sich ins Zeug gelegt und auch C&A und New Yorker glitzerten in dem Einkaufscenter. In einem Schaufenster bewegten sich Kuscheltiere und auf Plastikbäumen lag künstlicher Schnee. Plötzlich fiel etwas neben ihnen zu Boden. Beide Mädchen sprangen zur Seite.

"Tschuldigung, die Dekoration ist noch nicht so fest aufgehängt", ertönte eine unfreundliche Stimme von oben.

Anna schaute auf den Boden. Ein Plastikweichnachtsmann mit einem Geschenk im Arm war aus der 2. Etage gefallen."Schon okay, wir haben uns ja nur ein bisschen erschreckt", sagte Maja.

"Noch viel Spaß beim Shoppen", sagte der Mann und lief zur Rolltreppe, um die Dekoration aufzuheben.

Maja und Anna kauften und kauften. Sie hatten schon so viele Geschenke, Klamotten, Spiele... und mussten erstmal eine Pause machen.Gerade als sie an einem Eisstand anstanden, lief eine Person an ihnen vorbei. Anna, die etwas weiter abseits in einem Schaufenster die neuen CDs bestaunte, wurde von der vorbeiflitzenden Person erfasst und knallte hart auf den Boden auf. Die Person stürzte auf sie drauf und beide kugelten zur Seite. Da ertönten Stimmen hinter ihnen. Maja lief zu Anna, die sich den pochenden Kopf hielt. Die Person, die Anna über den Haufen gerannt hatte, versuchte gerade aufzustehen, als die beiden Stimmen näher kamen. Es waren Polizisten. Sie hielten den Jungen gerade noch so fest, sonst wäre er ihnen entwischt.

"Ladendieb, tut uns sehr leid. Ist dir etwas passiert? Bist du verletzt?",entschuldigten sich die Polizisten.Der Junge zwischen den Polizisten guckte völlig irritiert von einem Polizisten zum anderen. Dann guckte er Anna aus großen Augen an. Er hatte blonde Haare und trug einen blauen Pullover und einen blauen Parka.Die Polizisten packten ihn am Kragen seines Parkas und gingen zur Tür.

"He, was soll das? Was wollen Sie von mir? Ich hab`s eilig, he, Moment mal, lassen sie mich los", zeterte der blonde Junge.

"Bist du verletzt, Anna? Das gibt`s ja nicht, rennt der dich einfach über den Haufen", schimpfte Maja."Nö, bin ich nicht", erwiderte Anna und versuchte aufzustehen, war aber noch etwas verwirrt.

Beide gingen Richtung Fahrstuhl.

"Du, ich glaube das war Olli aus der 8F", Anna schaute Maja an. Der Fahrstuhl öffnete seine Türen. "Komm, lass uns zurückgehen", schlug Anna vor. "Okay, wenn du meinst, vielleicht können wir ihm helfen", erwiderte Maja.

Sie gingen zurück durch die Tür, in der die Polizisten mit Olli verschwunden waren. Olli war ein Schulfreund der beiden Mädchen. Er war sehr lustig und mit den beiden Mädchen zwei Jahre in eine Klasse gegangen.

Sie sahen Olli sofort. Die Polizisten hatten ihn seine Taschen ausleeren lassen aber offenbar nichts gefunden.

Als die Mädchen erklärten, dass sie Olli kennen würden und ihre Hilfe anboten, erklärten die Polizisten, dass Olli beim Klauen erwischt wurde.

Beide Mädchen verteidigten Olli. Sie forderten die Polizisten auf, sich gemeinsam das Ãœberwachungsvideo anzuschauen. Und tatsächlich, Olli hatte nicht geklaut. Es war ein schwarzhaariger Mann, der etwas in seiner Tasche mitgehen ließ. Das war auf dem Video deutlich zu erkennen. "Das ist doch der Typ mit der Dekorierung!", rief Maja.

Ja, es war der schwarzhaarige Mann, dem die Dekorierung runter gefallen war. Er lief gleichzeitig mit Olli durch die Tür. Außerdem stellte sich heraus, dass Olli bloß gerannt war, weil er seinen Bus noch kriegen wollte, was er jetzt natürlich komplett vergessen konnte. Er hatte beim Bummeln die Zeit vergessen und musste dann rennen.

"Ihr seid echt super, danke!", Olli lächelte beide Mädchen an."Ja, ihr seid Nachwuchspolizisten", meinte einer der beide Polizisten.

"Die Verwechslung tut uns leid, Olli, du kannst selbstverständlich gehen", fügte der andere Polizist hinzu.

"Tschuldige bitte, dass ich dich umgerannt habe, Anna, Hab dich echt nicht gesehen", sagte Olli.

"Schon okay, lass uns auf den Schreck noch ein bisschen gemeinsam bummeln. Deinen Bus bekommst du eh nicht mehr", schlug Anna vor."Okay, geht klar", stimmt Olli zu, "aber erstmal gebe ich euch ein Eis aus auf die Rettungsaktion".

"Super", lachten Maja und Anna und nahmen Olli in ihre Mitte.