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WPU 9/10 - 2005 - Der Mensch – eine Begegnung mit Kunst und Philosophie


Angebot 5:

Der Unterricht wird durchgeführt von Frau Saatze und Herrn Warmbold.

Er wird gewertet für die Fächer Kunst und Philosophie (Klasse 9 und Klasse 10).

Was sollt ihr lernen und erfahren?
Wir lernen einige ausgewählte Bereiche der Kunst näher kennen und erfahren, was Philosophie mit Kunst zu tun hat, wie sich Künstler und Philosophen mit der „Wirklichkeit“ auseinandersetzen.
Dazu wählen wir Schwerpunkte aus: In der Kunst werden wir Menschenbilder näher betrachten, zum Beispiel aus der Renaissance, und verschiedene Darstellungsweisen kennen lernen und untersuchen: Zeichnungen, Malerei, Plastiken usw.
Ein besonderer Schwerpunkt soll die Kunst des 20. Jahrhunderts sein, weil sie für unser Selbstverständnis als „moderne“ Menschen wichtig und interessant ist. Auf den ersten Blick erscheint „moderne Kunst“ schwierig, es geht zum Beispiel um Auseinandersetzungen mit dem „Ich“, also mit Vorstellungen und Darstellungen über die eigene Person, über Persönlichkeit und Identität. Damit verknüpft ist die Frage nach der Wirklichkeit, d.h. was Wirklichkeit eigentlich ist und welche „Wirklichkeiten“ in der Kunst des 20. Jahrhunderts dargestellt werden.
Damit sind auch zwei der wichtigsten philosophischen Fragen verknüpft: „Was ist der Mensch?“ , das haben sich schon die Philosophen der Antike gefragt. „Können wir die Wirklichkeit erkennen?“ ist eine ebenso alte Frage. Im Bereich der Philosophie werden wir kennen lernen, was überhaupt Philosophie ist, was es bedeutet, zu „philosophieren“, und warum eigentlich jeder Mensch sich schon einmal mit philosophischen Fragen beschäftigt hat, auch wenn er vielleicht gar nicht wusste, dass er in diesen Momenten philosophierte.
Dazu werfen wir einen Blick in die griechische Antike, in der die Grundlagen der europäischen Philosophie gelegt wurden, und lernen Texte und einzelne Aussagen kennen, die sich mit Menschenbildern und der Frage nach der Wirklichkeit befassen.
Die Fragestellungen und Materialien wählen wir so aus, dass der Zusammenhang zu den Themen des Bereiches Kunst deutlich wird.
Ihr werdet auch praktisch arbeiten: Wir werden die Farblehre vertiefen, fertigen Zeichnungen, Skizzen und andere eigene künstlerische Arbeiten an. Wir lernen Perspektiven und Kompositionsformen kennen und besuchen auch die (sehr guten!) Museen in Hannover. Ihr werdet die Methoden der Bildanalyse kennen lernen und dabei wird Schwerpunkt sein, einen eigenen Zugang zur Kunst zu entwickeln.
Im Bereich der Philosophie schreiben wir auch selbst kleinere Texte und führen „sokratische Gespräche“ (was das genau ist, kann man nicht in einem Satz erklären, deshalb nur soviel: Wir führen gemeinsam intensive Gespräche zu wichtigen Fragen).

Warum bieten wir dieses Thema an?
Kunst und Philosophie lassen sich fachwissenschaftlich gar nicht scharf voneinander trennen. Sie sind auf vielfältige Weise miteinander verknüpft. In der Schule lernt man die Fächer aber nur getrennt kennen, so dass diese Zusammenhänge nicht deutlich werden können. Wir glauben, dass es viel Spaß machen kann (auch wenn es ziemlich anstrengend ist!), diese Zusammenhänge kennen zu lernen.
Der WPU bietet die Möglichkeit, andere Unterrichtsformen auszuprobieren. Das ist für unser Thema gut geeignet: Wir werden praktisch arbeiten, außerschulische Lernorte aufsuchen, philosophische Gesprächskreise bilden und auch voneinander manches lernen.

Wie werden wir arbeiten?
Wir wollen möglichst vielseitig arbeiten. Der Unterricht findet sowohl im Klassenraum als auch außerhalb des Schulgeländes statt. Für die praktischen Arbeiten benötigen wir einige Utensilien zum Zeichnen und Malen oder für andere aktive Darstellungsformen.

Wie werden wir unsere Ergebnisse voraussichtlich vorstellen?
Alle Teilnehmer führen eine WPU-Mappe, die die wesentlichen Arbeitsmaterialien und –ergebnisse enthalten soll. Wir werden unsere eigenen künstlerischen Arbeiten im Klassenraum ausstellen und vielleicht sogar eine kleine Ausstellung für Besucher organisieren.

Welche Voraussetzungen sollt ihr mitbringen?
Besondere fachliche Vorkenntnisse werden nicht erwartet. Ihr müsst keine „künstlerischen Talente“ sein, aber ihr solltet euch selbst zutrauen, ernsthaft mit künstlerischen Ausdrucksformen zu arbeiten. Wer nicht gerne zeichnet oder malt, der wird es bestimmt nicht so leicht haben. Auch ist es notwendig, sich auf ungewohnte Sichtweisen von Künstlern einlassen zu wollen.
Im Bereich Philosophie setzen wir keinerlei Vorkenntnisse voraus. Ihr solltet aber neugierig sein und Interesse daran haben, über wichtige Fragen gründlich und ausführlich nachzudenken und die Ergebnisse auch auszudrücken, als Text oder als mündlichen Beitrag. Ganz wichtig ist auch die Bereitschaft zum Dialog, zum Gespräch.

Wie findet die Leistungsbewertung statt?
Eine Grundlage der Bewertung ist die WPU-Mappe, aber auch die mündliche Beteiligung, die Bereitschaft zur Mitarbeit und die aktive Teilnahme an Gruppenarbeiten sind wichtig.

Wie soll das Thema im 10. Jahrgang fortgesetzt werden?
Im 10. Jahrgang soll die Arbeit aus der Klasse 9 fortgesetzt werden. Bestimmt ergeben sich aus der Mitarbeit neue Aspekte, die man vorher nicht genau bestimmen kann. Die Auswahl der Themen werden wir gemeinsam mit der Gruppe treffen.