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"Es war einmal ... " in der Staatsoper Hannover


Eine Kritik zu dem Ballett von Stephan Toss am 24. November

Das Ballett Es war einmal ... ist im Allgemeinen sehr schön und anschaulich gestaltet. Es weckt viele Erinnerungen an die verschiedensten Märchen, die noch seit der eigenen Kindheit irgendwo in einem schlummern.

Der erste Teil des zweiteiligen Balletts war besonders gut, da dieser die eigenen Fantasien anregte. In der Handlung dieses Teils tritt ein Mann in (s)eine Märchenwelt. Da die Kindheit bereits lange zurück liegt, stimmen die Erinnerungen natürlich nicht mehr genau mit den richtigen Märchen überein und die auftretenden Märchenfiguren werden bunt zusammengemischt. Bunt ist dabei nicht nur die Zusammenstellung der Figuren, sondern zugleich treten die Märchenfiguren mit farbenfrohen, verspielten Kostümen auf. Dieses verspielte Aufeinandertreffen unterschiedlichster Märchenfiguren, sorgt dafür, dass man sich als Zuschauer in seiner Fantasie seine eigene Handlung zusammen zaubert.

Außerdem spricht das Stück das Publikum an, weil man sich gut in den Mann, der als Erwachsener in die Märchenwelt kommt, hinein versetzen kann. Die dargestellten Märchen sind für ihn verfremdet, da er sich als Erwachsener nicht mehr so gut in diese Welt hinein versetzen kann. Für Erwachsene sind Märchen fremder als für Kinder, die von ihnen total begeistert sind.

Der zweite Teil des Balletts war unserer Meinung nach nicht ganz so toll. Auf abstrakte Weise wird gezeigt, welche Wirkung das Märchen auf die Menschen heute hat. Die Wahrheit, die in jedem Märchen vorhanden ist, gilt auch noch für uns in unserer jetzigen Zeit. Die Tänzer drücken in ihrem Tanz Gefühle wie Sehnsucht, Einsamkeit, Liebe, Angst, Wut, Begierde und Zuversicht aus. Die Abstraktheit dieses Teils macht es allerdings recht schwer Zusammenhänge zu verstehen. Gerade das war allerdings auch spannend, da man selber geistig gefordert wurde und eigene Assoziationen benötigte. Auch die moderne Musik des zweiten Teils war nicht so fasslich wie die Musik von Offenbach im ersten Teil.

von Jessica Fliegener und Nicole Albrecht (11d)