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Installation der Ausstellung "Der Kindermord am Bullenhuser Damm" am GBG vom 29.09. bis zum 02.10.2009 durch die Klasse 10e


Eindrücke und Einsichten:


"In der Ausstellung über den ´Kindermord am Bullenhuser Damm´ ging es um Experimente an jüdischen Kindern im Dritten Reich und um deren Ermordung. Thema war auch die Nachgeschichte des Mordes. Dazu haben wir in Raum 081 Stellwände aufgestellt und die Wände plakatiert. (...) So hatten Mitschüler die Gelegenheit, sich über das Thema zu informieren. (...) Überraschend für mich ist die gute Resonanz von Lehrern und Schülern. Viele ernsthafte Einträge finden sich auf den bereitgestellten ´Gästebüchern´. Darin befinden sich vor allem Mitleidsbekundungen für Angehörige, Empörung und Zorn über die Verbrechen an den Kindern. So ein großes Interesse ist für mich unerwartet. (...) Außerdem haben wir noch eine Führung durch die Ausstellung gemacht. (...) Insgesamt ziehe ich ein positives Fazit aus der Ausstellung." – Philip –



"Wir haben uns in der Schule mit dem Kindermord am Bullenhuser Damm beschäftigt. Dazu haben wir im Geschichtsunterricht Eindrücke über das Leben im KZ gesammelt. (...) An den 20 Kindern wurden kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs medizinische Versuche durchgeführt. Sie wurden mit Tuberkulose-Bazillen geimpft. Daraufhin verschlechterte sich ihr Zustand drastisch. Damit man die Versuche an den Kindern nicht mehr genau zurückverfolgen konnte, ließ man alle 20 Kinder erhängen. (...) Dazu haben wir, die Klasse 10e, eine Ausstellung vom 29.09.09 bis zum 02.10.09 angefertigt. Wir haben Stellwände aufgebaut, sowie Infozettel und Plakate in der Schule aufgehangen. Zudem haben wir Führungen durch die Ausstellung gemacht und uns in kleinen Gruppen zusammengefunden. Wir haben uns über die verschiedenen Bereiche der Geschichte informiert, davon berichtet und anderen erzählt, was damals passiert ist. (...) Die Reaktionen zu dieser waren sehr vielfältig. Die Schüler, die durch die Ausstellung gegangen sind, haben ihre Eindrücke und Gefühle auf die ausgelegten Plakate niedergeschrieben. (...) Wir wollen die Informationen und Daten, die wir erarbeitet haben, an die noch lebenden Angehörigen der 20 Kinder schicken." – Laura –



"Vom 29.09. bis zum 02.10.09 stellte unsere Klasse 10e des Georg-Büchner-Gymnasiums in Letter eine Ausstellung zum Thema 'Der Kindermord am Bullenhuser Damm' aus. In den vorangegangenen Wochen hatten wir uns unter Anleitung unseres Geschichtslehrers Spahr im Unterricht mit dem Kindermord beschäftigt. Es wurden Texte zu dem Thema gelesen, welche sich allerdings nicht nur auf die Tat, sondern auf die Geschichte darum bezogen. Diese wurden an einzelne Schülerinnen und Schüler ausgeteilt, welche sich einige Zeit damit beschäftigten, um diese in der Klasse vorzustellen. Ihren Höhepunkt fand unsere Auseinandersetzung mit dem Thema in der Ausstellung. (...) In der Ausstellung wurden die Geschichten und Texte, die wir zuvor erstellt und mit denen wir uns beschäftigt hatten, gezeigt. Der als erstes ins Auge fallende Teil der Ausstellung sind die fünf Stellwände zu den Unterthemen. (...) Aussagen der für den Mord verantwortlichen Personen hängen ebenfalls aus. Einen interaktiven Teil hat diese Ausstellung bei uns auch. Besucher können ihre Gedanken und Gefühle zu dem Thema aufschreiben. (...) Das Verständnis soll in den drei Schritten 'Kopf' (Verstehen und Informieren), 'Herz' (Mitfühlen) und 'Hand' (Handeln) stattfinden." – Marvin –



"Die Ausstellung zum Kindermord am Bullenhuser Damm zeigt uns, welche grausamen Taten von Nationalsozialisten an den Kindern, die erst zwischen fünf und zwölf Jahre alt waren, durchgeführt wurden – nur weil sie Juden waren. Die Kinder wurden alle aus Feigheit getötet. Man versuchte damit die Experimente zu vertuschen, die an ihnen durchgeführt wurden. Der Hauptverantwortliche, Arnold Strippel, wurde für diese schreckliche Tat jedoch nie bestraft."    –Susana –



"Unsere Ausstellung, Klasse 10e, über den Kindermord am Bullenhuser Damm ist sehr professionell gestaltet. Durch die Stellwände wird das Thema sehr gut veranschaulicht. Man kann sich sehr viele Informationen erarbeiten. Durch die Bilder und vor allem die Steckbriefe der Kinder wird die Ausstellung der 20 getöteten sehr realistisch und man kann sich in die damalige Situation gut hineinversetzen." – Jonathan –



"Im Geschichtsunterricht haben wir uns mit der Geschichte von jüdischen Kindern, an denen von Nazis medizinische Versuche durchgeführt wurden, beschäftigt. Um diese Experimente zu vertuschen, wurden die kranken Kinder 1945 erhängt. Zu diesem Thema haben wir Texte gelesen, uns über die Hintergründe und die Ereignisse informiert – von der Deportation der jüdischen Kinder, KZs, bis hin zum Mord. Zusätzlich haben wir uns eingehend mit den ermoderten Kindern und deren Familien beschäftigt und viele Eindrücke gesammelt. Als wir genug zusammengetragen hatten, haben wir beschlossen, auch anderen Schülern einen Einblick in dieses Geschehen zu geben und bereiteten eine Ausstellung vor. Man konnte die Ausstellung vom 29.9.09 - 2.10.09 besuchen und sich mit Stellwänden und unseren Plakaten durch die Geschichte führen lassen. (...) Einige Besucher haben auch eine Anmerkung zur Ausstellung hinterlassen. Sie finden es unglaublich, dass Menschen anderen Menschen so etwas antun konnten und haben Mitleid mit den ermordeten Kindern und deren Familien. Alles in allem denke ich, dass unser Projekt gut gelungen ist und viele Leute zum Nachdenken angeregt hat.    –Julia –



"Um zu zeigen, was sich im Jahr 1945 mit 20 jüdischen Kindern ereignete, haben wir so viele Informationen wie möglich von dem Fall selbst, aber auch von dem Leben in dieser Zeit bearbeitet. Juden wurden zur Zeit Adolf Hitlers entrechtet, verfolgt und getötet. Man behandelte sie wie Schädlinge. Aus diesem Grund benutzte man selbst die Kinder wie Versuchstiere für die Experimente. Damit die Erinnerung an die ermordeten Kinder im Gedächtnis der Menschen bleibt, errichtete man in Hamburg eine Gedenkstätte an der Schule, in der sie umgebracht wurden." - Katharina -



"Sergej Eisenstein schrieb: Das Wichtigste ist es, eine Vision zu haben. Man muss das, was man im Sinn hat, sehen und fühlen. Man muss es sehen und ergreifen. Man muss es im Gedächtnis und in den Sinnen behalten. Und man muss es zugleich tun. Mit Interesse, Einfühlungsvermögen und Einfallsreichtum haben Laura, Cem, Nora, Philip, Susana, Lars, Mathias, Sina, Madeleine, Isabelle, Matthias, Paul, Adriana, Leo, Julia, Marvin, Jonny, Katharina, Runak, Valentin, Stefan, Jessica, Mohamed, Kim, Christin, Robin, Jannik, Cem und Marta die Vision dieser Installation zum Kindermord am Bullenhuser Damm ausgestaltet. Die Klasse 10e übergibt - stellvertretend für die Schülerschaft des GBG im Ganzen sowie die zahlreichen Klassen und Kurse (Geschichte, Philosophie, Französisch, Politik) im Besonderen, welche die Gelegenheit eines Ausstellungsbesuches genutzt haben - mit Ende der Installation insgesamt 94 schriftliche Aufzeichnungen (Gästebücher und Briefe) an noch heute lebende Angehörige der ermordeten Kinder." - Spahr -

 

Ausstellung "Kindermord am Bullenhuser Damm"