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WPU 7 - 2005 - Latein


Angebot 4: Latein als 3. Fremdsprache


Thema: Latein als Brücke zum heutigen Europa

· Im Rahmen des dreijährigen Wahlpflichtunterrichts (WPU) ab Klasse 7 wollen wir mit den Schülerinnen und Schülern eine ganz neue Sprachenwelt entdecken und zeigen, dass die angeblich „tote Sprache“ Latein in der heutigen Zeit noch „putzmunter“ ist. Und das gilt nicht nur für die Sprache: Die alten Römer sind zwar schon lange „ausgestorben“, begegnen uns aber selbst in Deutschland an vielen Orten (z.B. in Osnabrück, Xanten, Köln, Trier ...)!

· Latein als „Mutter“ der romanischen Sprachen, Latein als Basis für fast 50% des englischen Wortschatzes, Latein als Ursprung für viele deutsche Wörter, die gar nicht mehr wie Fremdworte klingen - ist das nicht ein bisschen übertrieben?
Ganz im Gegenteil: Das lateinische Wort „familia“ heißt auf Italienisch „famiglia“, auf Spanisch und Portugiesisch „familia“, auf Französisch „famille“, auf Englisch „family“ und auf Deutsch „Familie“. Na, wer hätte das gedacht!?

· Doch Latein ist nicht nur Basissprache für den Wortschatz vieler Sprachen, sondern aufgrund des systematischen Aufbaus der Grammatik auch ideales „Trainingsgebiet“ für logisches Denken, was zum besseren Verständnis von schwierigen deutschen Texten oder von mathematischen Problemen führen kann.

· Interessant ist aber auch die Beschäftigung mit der römischen Gesellschaft und Kultur: mit geheimnisvollen Göttern (wie z.B. Juppiter, Mars oder Venus), mit mächtigen Herrschern (wie z.B. Caesar oder Kaiser Augustus), mit großartigen Gebäuden (wie das Colosseum in Rom, den „Pont du Gard“, die berühmte Wasserleitung in Südfrankreich, oder der „Porta Nigra“, dem mächtigen Stadttor in Trier) und mit ganz alltäglichen Problemen (Wer gewinnt das nächste Wagenrennen? Welche Gladiatoren begeistern die Fans? Warum gehen auch römische Kinder nicht gern zur Schule?)

· In den drei Jahren des Lateinunterrichts arbeiten wir mit dem ganz neuen Lateinbuch „prima“, übersetzen lateinische Texte ins Deutsche, erarbeiten uns das Vokabular (das kann auch schon mal richtig anstrengend werden!) und die lateinischen Satzstrukturen (da werden wir auch viel Interessantes für die deutsche Grammatik kennen lernen) und sprechen (auf Deutsch!!) über das römische Leben, die römische Politik oder die Spuren der Römer in der Gegenwart.
Unser Lateinbuch begleitet uns auf eine Reise ins alte Rom, erklärt uns Roms Entwicklung vom kleinen Dorf zur Weltmacht, zeigt uns die geheimnisvolle Welt der Götter, erklärt uns den Einfluss der Griechen, berichtet über die Ausdehnung über halb Europa und zeigt viele Verbindungen zu anderen Religionen.

· Nach drei Jahren ist das „Kleine Latinum“ erreicht, das Grundkenntnisse in Latein bescheinigt. Wer noch ein weiteres Jahr Latein lernt, erwirbt das „Latinum“, das für die meisten geisteswissenschaftlichen Studiengänge Voraussetzung ist. Und wer dann nach ein weiteres Jahr „durchhält“, bekommt das „Große Latinum“, den höchst-möglichen Abschluss.

· Diese „traditionelle“ Arbeit wird jedes Jahr durch Projekttage erweitert, in denen inhaltliche Schwerpunkte behandelt werden, die die Welt der Römer noch intensiver vermitteln sollen:
Klasse 7: „Alltagsleben“. Es werden Modelle von Mietshäusern oder Villen gebaut; wir überlegen uns, welchen (heute alltäglichen) Luxus die Römer schon damals hatten, und probieren vielleicht ein Essen nach römischen Rezepten selbst einmal aus.
Klasse 8: „Spiele“ Wir lernen die antike Formel 1 kennen (die Wagenrennen im Zirkus Maximus) oder die Gladiatorenkämpfe in der Arena (Fußball ist dagegen harmlos, aber die Stimmung in der Arena ist durchaus zu vergleichen). Wir werden vielleicht auch ein römisches Theaterstück einstudieren, das wir dann für interessiert „Neurömer“ aufführen können.
Klasse 9: „Reise in die Antike“. Diese Fahrt in eine „römische“ Stadt Deutschlands wird den Abschluss des WPU bilden, damit wir unsere Erkenntnisse „am Original“ überprüfen und vielleicht auch vervollständigen können.