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Rückblick auf das Philosophie-Festival 2010


"Ich bin ein Mensch, holt mich hier raus!"

GBG-Philosophierende aus Jahrgang 10 und 11/12 (Kurse Spahr) besuchten das "Festival der Philosophie" (Bürgerschule Nordstadt) und berichten von ihren Eindrücken.

MENSCH - NATUR - TECHNIK: Festival der Philosophie 2010.

Neben Lesen, Schreiben, Rechnen ist Philosophieren "vierte Kulturtechnik" des Menschen (E. Martens). Dazu gehört es, miteinander nachzudenken, sich mit Anderen über Fragen, Positionen und Argumente auszutauschen. Der schulische Unterricht kann nur ein Ausgangspunkt sein, in dem jede/r für sich ein solides Handwerkszeug (Methoden, Grundfragen), klassische und moderne Standpunkte entdeckt und erarbeitet. Und so hatten GBG-Philosophierende aus Jahrgang 10 und 11/12 am 9.4. darüber hinausgehende Gelegenheit, in der Bürgerschule Nordstadt einen Veranstaltungsort des "Festival der Philosophie" zu besuchen. Weitere Perspektiven erkennen, neue Fragen formulieren, Verantwortlichkeit annehmen, Antworten und Handlungen abwägen - das als Festival-Thema ausgegebene Spannungsfeld "Mensch - Natur - Technik" betrifft uns. Denn wir sind davon ein Teil - Teil der Gattung Mensch, Teil des Lebensraum Natur, Teil von Technik als deren Nutzer und Entwickler. Festival-Programm und -Organisation waren für uns als Kurse zuweilen anstrengender, zumeist anregender Anlass, unsere schulischen Fragen weiterzuentwickeln. An "Wahrheit & Wirklichkeit" (11/12.2: "Welt in unserem Kopf") und ethisch-reflektiertes Handeln (10.2: "Genethik") knüpften einige Filme, Plakate und Installationen, schließlich exzellentes theatrales Philosophieren an. Mehr als eine Handvoll Eindrücke und Einsichten, noch mehr Fragen und Probleme … sapere aude ('es ist ein - lohnenswertes - Wagnis, selbst zu denken') … - Spahr -

Mein Highlight: Theater-Szene "Wissenschaftlerin entwickelt einen besonderen Trank, der Menschen ewig leben lässt". Meiner Meinung nach ist dies deswegen interessant, da sich zu der Szene viele Fragen stellen lassen: Sollten Todkranke diesen Trank trinken? Sollten sich den Trank nur besonders Reiche leisten dürfen? Sollten nur besonders kluge Menschen den Trank zur Verfügung bekommen? Und grundsätzlich: Ist es wirklich positiv und erstrebenswert, für immer (!) zu leben? Die Pro- und Contra-Positionen in der Diskussion von Wissenschaftlerin und "Pennerin" waren gut vertreten. Ich konnte mich selbst positionieren. - Runack - / Die Filme, die gezeigt wurden, haben mich zum Nachdenken angeregt - Kinderserien und die großen Probleme der Menschen. Alles nebeneinander - alles das Gleiche? Die Theaterstücke konnte ich leider nur hören (habe nur die Wand gesehen!) … aber einige gute Dialoge. - Justin -

"Ich bin ein Mensch, holt mich hier raus!" - meines Erachtens nach ist der Schüler-Film, in dem ein Junge gezeigt wird, der von seinem Toaster und seinem Staubsauger verfolgt und bedroht wird, recht gut gelungen! Denn der Zuschauer wird mit Witz zu einer philosophische Frage angeregt: Was könnte sein, wenn dieses noch spaßig erscheinende Szenario bald schon schockierende Realität wird? Noch scheinen wir als "Mensch" die "Technik" im Griff zu haben. Was aber, wenn sie uns über den Kopf wächst? Was aber, wenn sie uns kontrolliert? Werden auch wir in naher Zukunft den Kampf gegen die Maschinen bestreiten müssen (etwa wie Arnold Schwarzenegger in 'Terminator')? - Kevin -

 

Entwickeln wir die Technik? Oder entwickelt die Technik uns? - Dennis - / Ja, die Technik beherrscht uns - in gewisser Weise kontrolliert sie uns schon heute! - Janis, Lars-Hendrik - / Manche Menschen sind heute ohne Handy, Computer u.a. eigentlich nicht mehr "lebensfähig". WIR schaffen uns dazu, dass wir von DEM abhängig sind bzw. werden. - Rami - / Schon richtig: in unserer Zeit wird fast alles "technisiert". Aber warum soll dies alles etwas Schlechtes sein? Technik hilft doch auch der Natur, dem Menschen sowieso. Beispiel: Recycling-Anlangen oder umweltschonende Motoren. Also: Als Verschmutzung würde ich die Technik nicht beschreiben. Technik ist eher ein Hilfsmittel zur Erhaltung und Erneuerung der Natur. Ich möchte dennoch nicht abstreiten, dass Technik wiederum auch die Umwelt verschmutzt. Allerdings wäge ich ab und meine, dass der fortschreitenden Technik und der Entwicklung es gelingen wird, dieses Problem zu bewältigen. - Jan -

 

Mir ist besonders der Film in Erinnerung, in dem die Technik den Menschen "beherrscht"; der "Film mit Toaster". Hierbei stelle ich mir die Frage, ob wir als Menschen dies selbst hervorrufen, vielleicht schon hervorgerufen haben?! Ist es nicht sogar wahrscheinlich und irgendwie logisch, wenn die Technik irgendwann über uns Menschen steht? Ein Beispiel: der Film Matrix. Zwar wird darin "künstliche Intelligenz" kritisiert und es werden uns die Folgen aufgezeigt. Aus dem Grund, dass es einen bzw. sogar drei Filme dazu gibt, schließe ich, dass es viele - auch nicht wirklich philosophierende - Menschen beschäftigt. Andererseits ist es so, dass wir immer mehr Technik wollen - wir wollen, dass Technik etwas für uns erledigt. Der Mensch hört zunehmend auf, selbst zu handeln - die Technik schaltet z.B. nach bestimmter Zeit ein Gerät ab, sie senkt die Temperatur in unserem Haus, sie verhindert Feuer. Diese Funktionen von Technik erlauben es uns auch, ohne Probleme unter einer Dusche zu stehen. Also: wir wollen doch die Technik! Und: wir wollen, dass wir auf sie vertrauen können. So ist der Mensch?! Und es liegt dann woran, wenn es zu viel wird? An der Technik sicherlich nicht, sondern an uns - es wäre unsere 'Schuld' als Mensch. - Daniel -

 

Was passiert, wenn die Technik - oder wir als Mensch? - eines Tages völlig "verrückt spielen" … Lustig dargestellt, aber die Problemfrage ist ernsthaft: Inwieweit übernimmt Technik zunehmend die Kontrolle über unser Leben? Wie abhängig machen wir uns davon im Alltag und haben wir überhaupt noch die Kontrolle über unser 'Verhältnis' zur Technik? Oder sind wir nicht schon längst von ihrer Funktionsfähigkeit abhängig? Was also, wenn die Technik "verrückt spielt"? - Maria, Michelle -

Festival der Philosophie 2010