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Vortrag Hannes Heer


Umfassende Einblicke in eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte:

Der Historiker und Initiator der Wehrmachtsausstellung von 1995 Hannes Heer erörterte in einem Dialog mit sieben Schülern des Georg-Büchner-Gymnasiums die Verbrechen der Wehrmacht im sog. „Vernichtungskrieg“ gegen die Sowjetunion.
Das Publikum, überwiegend Zehntklässler und Mitglieder der Geschichtsleistungskurse des zwölften Jahrgangs, lernten einen erfahrenen Historiker kennen, der es verstand, einen wichtigen, aber von den Schulbüchern noch immer eher randständig behandelten Bereich der deutschen Geschichte zu verdeutlichen. In seinem Eingangsvortrag suchte er immer wieder Anknüpfungspunkte an das Schulcurriculum.
Trotz eines knappen Zeitrahmens zeichnete er minutiös die spezifischen Voraussetzungen in der deutschen Politik und Gesellschaft nach, die in verbrecherischen Befehlen und Kriegsverbrechen gipfelten. Dabei betonte er, dass nach seinem Verständnis von Geschichtswissenschaft niemals nur ein Faktor für historische Sachverhalte ausschlaggebend sei. Schockierend-anschauliche Quellenbeispiele untermauerten dabei seinen Vortrag, der mit einem Blick auf die Nachkriegszeit und den Mythos von der „sauberen Wehrmacht“ schloss.
Im Anschluss daran ergriffen die Schüler Kaja Iversen, Alicia Hoch, Raven Burghardt, Malte Lamnert, Svenja Wesche, Ann-Christin Lindner und Saskia Trevisany das Mikrofon und Herr Heer widmete sich ihren Fragen.

Nach Abschluss der Veranstaltung hatte das Publikum keine Scheu, den freundlich-zugewandten Historiker zu begrüßen und weitere Nachfragen zu stellen. Herr Heer genoss sichtlich das intensive Gespräch mit den Schülern und nahm sich ausgiebig für sie Zeit. „So viele gute Fragen – das hat Spaß gemacht“ resümierte der Historiker.